Über Korschenbroich:

Mein Großvater hat den Landstrich, in dem unsere Heimat liegt, immer als das gelobte Land bezeichnet. Und er hatte Recht. Denn im „Zweistromland“ zwischen Triet und Niers lässt es sich wirklich leben.

Selten sind die Vorzüge des Landlebens mit denen der Urbanität einer Stadt derart harmonisch miteinander verbunden wie bei uns in Korschenbroich. In zehn Minuten in Mönchengladbach, in dreißig Minuten in Düsseldorf oder in fünfzig Minuten in Köln sein zu können und gleichzeitig im Grünen zwischen Feldern, Wiesen und Wäldern zu leben und Landluft zu atmen ist eine einzigartige Kombination, die unsere Heimatstadt auszeichnet.

Und selten findet man eine so gelungene Mischung aus gewachsenen historischen Ortskernen mit dörflichem Flair und modernen funktionalen Bauten wie bei uns. Denn trotz der vielen Denkmäler und Altbauten haben wir mit unseren Schulen, Sporthallen und S-Bahnhöfen eine moderne Infrastruktur, die sich in jeder Hinsicht messen lassen kann.

Über Korschenbroich

Was Korschenbroich aber ausmacht, ist der besondere Menschenschlag, der hier wohnt. Vom rheinischen Frohsinn geprägt, der im Korschenbroicher Platt besonders zum Ausdruck kommt, wird Gemeinschaft hier bei uns groß geschrieben. Egal ob in der Schützenbruderschaft, im Sportverein oder im Elternrat des Kindergartens, jeder findet hier bei uns rasch Anschluss und wird so Teil dieser Gemeinschaft. Darum werden auch Neubürger schnell zu echten Korschenbroichern, die das Stück Land von rund 55 km² mit Stolz ihre Heimat nennen.

Und so geht es mir wie vielen anderen Korschenbroichern, wenn sie nach Hause kommen und die Fahne der Boltenbrauerei oder die Turmhaube von Schloß Liedberg erblicken – wir alle haben unsere Heimat, unser Korschenbroich im Herzen.

Finanzen:

Wie die meisten anderen Kommunen in NRW haben auch wir in Korschenbroich mit Haushaltsproblemen zu kämpfen. Dies liegt jedoch keineswegs an einer Verschwendung von Steuergeldern. Denn wir haben in Korschenbroich bereits seit Jahren zusammen mit der Gemeinde Jüchen die geringsten Pro-Kopf-Ausgaben pro Einwohner. Vielmehr werden uns insbesondere seitens des Landes ständig neue Aufgaben auferlegt, ohne dass hierfür die erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt würden. Beispielhaft sei hier die Unterbringung von Flüchtlingen erwähnt, bei der das Land NRW – im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesländern – nur 20 % der tatsächlichen Kosten übernimmt und den Rest den Kommunen überlässt. Da die Einnahmen der Kommunen nicht im gleichen Umfang steigen oder angepasst werden können, ist Korschenbroich wie viele andere Städte in eine finanzielle Schieflage geraten.

Finanzen

Durch die eine stringente Sparpolitik, die wir als CDU in den vergangenen Jahren betrieben haben und durch die freiwillige Teilnahme am Stärkungspakt Stadtfinanzen werden wir es jedoch bis zum Jahr 2018 schaffen, einen dauerhaft ausgeglichenen Haushalt zu erreichen und unsere Schulden kontinuierlich abzubauen. Hierzu sind wir gerade gegenüber unseren nachfolgenden Generationen verpflichtet, da auch diese in Zukunft noch einen Handlungsspielraum haben müssen, um unsere Stadt gestalten zu können.

Eine strikte Sparpolitik muss daher auch zukünftig betrieben werden, so dass überflüssiger Luxus auch in Zukunft in Korschenbroich ein Fremdwort bleiben wird. Jede neue Ausgabe muss daher auf ihre unbedingte Notwendigkeit hin überprüft werden.


Stadtentwicklung und Planung:

Für mich ist eine behutsame Weiterentwicklung unserer Stadt wichtig. Wir müssen unsere ländlich geprägten Strukturen behalten, denn gerade diese machen das Leben in Korschenbroich aus.

Gleichzeitig muss jedoch auch das Bedürfnis nach weiterem Wohnraum und insbesondere Wohneigentum – gerade von jungen Familien mit Kindern – bei uns berücksichtigt werden.

Mit der weiteren Entwicklung des Rest-Baugebietes Holzkamp in Kleinenbroich sowie des Neubaugebietes Korschenbroich-West/Gilleshütte werden wir zwei zusätzliche große Baugebiete erschließen, die zumindest einen erheblichen Teil unseres künftigen Bedarfes an zusätzlichen Wohnbauflächen abdecken werden.

Im Ortsteil Glehn werden wir das Gebiet Schanzerweide oder alternativ das Gebiet Körschgenweide zu Wohnbauflächen entwickeln, so dass wir auch im südlichen Stadtgebiet weiteren Wohnraum schaffen können.

Darüber hinaus besteht auf mittel- bis langfristige Sicht hin die Möglichkeit, bei entsprechend anhaltendem Bedarf das Raderbroicher Feld als weitere Wohnbaufläche zu entwickeln.

Mit diesen Flächen haben wir ausreichendes Potential an neuen Wohnbaugebieten, um den künftigen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Stadtentwicklung und Planung:

Unser Ziel kann es jedoch nicht sein, weiter zu wachsen und unsere Bevölkerungszahl zu erhöhen. Durch die geplanten Neubaugebiete werden wir vielmehr lediglich in die Lage versetzt, unseren derzeitigen Bevölkerungsstand zu halten, da dieser infolge der allgemeinen demographischen Entwicklung ansonsten deutlich schrumpfen würde.

Neben der Erschließung von Neubaugebieten ist eine Entwicklung der Bestandsbebauung von besonderer Bedeutung.

Sowohl bei den Neubaugebieten als auch im Bestand müssen wir jedoch zukünftig verstärkt auf planerische Vorgaben bei der Gestaltung der Gebäude achten und unsere Stadtgestaltung wieder selbst in die Hand nehmen. Hier sind in der Vergangenheit manche „Bausünden“ entstanden, die wir durch entsprechende Festsetzungen in den einzelnen Bereichen zukünftig vermeiden müssen. Insbesondere unsere prägende niederrheinische Gebäude- und Fassadenarchitektur mit Fachwerkhäusern oder Sichtmauerwerk müssen wir erhalten, da gerade diese unseren Dörfern ihren einzigartigen Charakter verleiht. Daher müssen wir auch dort, wo kein Denkmalschutz besteht, versuchen, unsere Ortsbilder zu erhalten. Dies wollen wir mithilfe sogenannter Gestaltungssatzungen für die historischen Ortskerne erreichen.

Infrastruktur:

Mit unseren verkehrlichen Anbindungen und unseren S-Bahnhöfen haben wir eine gute Infrastruktur. Diese wird durch den Bürgerbus, der seit dem Jahr 2010 durch die Straßen unserer Stadt fährt und insbesondere die abgelegeneren Ortsteile anbindet, vervollständigt. Auch hinsichtlich unserer städtischen Gebäude, wie Schulen, Sporthallen etc. haben wir eine überdurchschnittlich gute Infrastruktur in unserer Stadt vorzuweisen.

Allerdings müssen wir auch zukünftig darauf achten, dass diese Infrastruktur auf Dauer erhalten bleibt. Infolge der schwierigen Finanzlage, in der sich die Stadt Korschenbroich bereits seit langer Zeit befindet, sind auch bei der Bauunterhaltung und den Investitionen in die Infrastruktur erhebliche Einsparungen vorgenommen worden. Auf Dauer wird dies jedoch, wie an den Straßenbaumaßnahmen des Landes NRW zu erkennen ist, zu einem Investitionsstau und massiven Einschränkungen führen. Wir müssen daher bei aller Notwendigkeit zum Sparen auch bereit sein, wieder mehr Geld in unsere vorhandene Infrastruktur zu investieren. Daher ist z. B. die Instandsetzung der Unterführung am Holzkamp in Kleinenbroich, auch wenn sie mit hohen Summen zu Buche schlägt, unbedingt notwendig.

Infrastruktur:

Zur Infrastruktur gehört auch die Anbindung der Haushalte unserer Stadt an schnelles Internet, also an eine Breitbandversorgung. Hier hinkt die Stadt Korschenbroich im Vergleich zu anderen Kommunen, insbesondere den Großstädten in den Ballungsgebieten, leider noch immer deutlich hinterher. Dies gilt insbesondere für die Ortsteile Drölsholz, Steinhausen, Liedberg und Steinforth-Rubbelrath. Die Initiative der Deutschen Glasfaser AG zur Anbindung gerade dieser Ortsteile an ein schnelles Internet ist daher zu begrüßen.


Schulen und Kindergärten:

Wir haben in unserer Stadt gerade im Vergleich zu anderen Kommunen eine hervorragende Kindergarten- und Schullandschaft.

Damit wir dem erhöhten Betreuungsbedarf für Kleinkinder gerecht werden, haben wir bereits frühzeitig mit dem Ausbau der U-3 Betreuung in unseren Kindergärten begonnen. Da jedoch auch ein erhöhter Bedarf an einer Betreuung von Kindern über drei Jahren besteht, haben wir uns dazu entschlossen, zwei neue Kindergärten zu errichten. Der neue Kindergarten im Holzkamp in Kleinenbroich wird von der Diakonie erbaut, die bereits die Trägerschaft für diesen Kindergarten übernommen hat. Der neue Kindergarten in Korschenbroich am Jane-Adams-Weg wird von der Stadt Korschenbroich errichtet. Die Trägerschaft für diesen Kindergarten wird die Lebenshilfe aus Grevenbroich übernehmen, so dass sich auch die Vielfalt unter den Trägern erweitern wird. Sollte auch dieser Bestand an Kindergartenplätzen – gerade im Hinblick auf das Baugebiet Korschenbroich-West/Gilleshütte – nicht ausreichen, müssen wir bereit sein, hier noch mehr zu tun, denn eine ausreichende Anzahl von Kindergartenplätzen ist heute ein wichtiger Standortfaktor.

Schulen und Kindergärten:

Wir als CDU haben uns immer schon für den Erhalt der Ortsteilschulen stark gemacht. Diese Schulen sind gerade für die kleineren Stadtteile enorm wichtig. Kinder, die eine Schule in ihrem Heimatort besucht haben, haben später eine viel engere Bindung an ihr Dorf. Auch halten wir den Grundsatz „Kurze Beine – kurze Wege!“ nach wie vor für richtig. Wir werden uns daher dafür einsetzen, dass die Ortsteilschulen mit ihrer kleinteiligen Struktur erhalten bleiben.

Bei den weiterführenden Schulen hat es in den letzten Jahren und Jahrzehnten einen erheblichen Wandel gegeben. Das bisherige dreigliedrige Schulsystem mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium weicht immer mehr einer Struktur, in der sich neben den Gymnasien zunehmend Gesamtschulen als bevorzugte Schulform durchsetzen. Hierauf werden wir auch in Korschenbroich Antworten findet müssen, wenn wir dauerhaft alle Schulabschlüsse, d. h. Hauptschulabschluss, mittlere Reife und Abitur in unserem Stadtgebiet anbieten wollen.

Demographischer Wandel:

Durch den demographischen Wandel, der ganz Deutschland betrifft, werden wir auch in Korschenbroich vor besondere Herausforderungen gestellt. Wir sind schon heute die Stadt mit dem höchsten Altersdurchschnitt der Bevölkerung im Rhein-Kreis Neuss. Durch die zunehmende Alterung unserer Gesellschaft müssen wir auch unsere Infrastruktur an diese veränderten Bedingungen anpassen. Erste Maßnahmen haben wir bereits mit den Mitteln des Konjunkturpaketes II in Form der Absenkung der Gehwege in den Kreuzungsbereichen ergriffen. Ziel muss es sein, unsere Stadt weitgehend barrierefrei zu gestalten, damit Menschen, die aufgrund ihres Alters oder ihrer körperlichen Beeinträchtigungen eingeschränkt sind, problemlos am öffentlichen Leben teilnehmen können.

Demographischer Wandel:

Darüber hinaus müssen wir dafür Sorge tragen, dass ältere Menschen so lange es geht in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können. Hierbei kann der Ausbau der Tagespflege ein wichtiger Schritt sein. Die Planungen der Caritas im Bereich von Alt-Korschenbroich sind daher zu begrüßen.


Familien:

Gerade aufgrund der Herausforderungen im Zusammenhang mit dem demographischen Wandel müssen wir uns auf die Förderung von Familien mit Kindern konzentrieren. Denn junge Familien sind es, die einer Überalterung unserer Gesellschaft entgegenwirken. Leider tun Bund und Land nach wie vor zu wenig für eine effektive Familienförderung, da mit den bisherigen staatlichen Leistungen der unersetzliche Beitrag, den Familien mit Kindern für unsere Gesellschaft und deren Erhalt leisten, nicht genügend gewürdigt wird. Wir müssen daher eine Willkommenskultur schaffen, in der sich Familien mit Kindern eingeladen fühlen, nach Korschenbroich zu kommen bzw. hier zu bleiben. Wir können es uns nicht leisten, diese wichtige Gruppe an andere Städte oder Gemeinden zu verlieren.

Familien:

Mit der Familienförderung bei der Vergabe von städtischen Grundstücken an Bauwillige haben wir bereits einen wichtigen Schritt in diese Richtung unternommen. An dieser Förderung müssen wir unbedingt festhalten und sie weiter ausbauen. Auch in anderen Bereichen müssen wir fortlaufend prüfen, wie man Vergünstigungen für Familien mit Kindern in unserer Stadt schaffen kann.

Vereine und Ehrenamt:

Bei uns in Korschenbroich finden wir eine außergewöhnlich große Bereitschaft unter unseren Bürgern, sich ehrenamtlich zu engagieren. Unzählige Ehrenamtler setzen sich in ihrer Freizeit für das Allgemeinwohl ein. Dadurch erst werden viele Dinge, die wir mittlerweile als selbstverständlich ansehen, möglich gemacht.

Dieses Engagement müssen wir als Stadt weiterhin fördern. Trotz einer finanziell knappen Haushaltslage ist es daher richtig, unsere Vereine und Verbände weiterhin finanziell zu unterstützen, auch wenn die Zuwendungen nur eine kleine Anerkennung ihrer Leistung darstellen.

Vereine und Ehrenamt:

Wichtig ist hier jedoch insbesondere, dass die Ehrenamtler seitens der Verwaltung unterstützt und überflüssige bürokratische Hindernisse abgebaut werden.


Wirtschaft und Gewerbe:

Wir haben in Korschenbroich aufgrund unserer Struktur und unserer Historie viel kleinteiliges Gewerbe und nur wenige große Gewerbesteuerzahler. Wegen der überörtlichen Regionalplanung sind wir auch nicht in der Lage, in großem Maße weitere Gewerbeflächen auszuweisen.

Umso mehr müssen wir daher auf die Bedürfnisse unserer Wirtschafts- und Gewerbebetriebe eingehen und – soweit uns dies möglich ist – eine entsprechende Wirtschaftsförderung betreiben, damit die bei uns ansässigen Betriebe weiterhin in der Lage sind, gute Gewinne zu erwirtschaften.

Wirtschaft und Gewerbe:

Denn hiervon profitiert nicht zuletzt die Stadt durch die entsprechenden Gewerbesteuereinnahmen. Auch in Zukunft muss die Verwaltung daher Partner unserer Wirtschaft sein und ein offenes Ohr für die Anliegen der Gewerbetreibenden haben.

Sicherheit und Ordnung:

Auch wenn die Stadt Korschenbroich aufgrund ihrer finanziellen Situation Sparzwängen unterworfen ist, so darf dennoch bei der Sicherheit unserer Bürger nicht an der falschen Stelle gespart werden.

Die Feuerwehrgerätehäuser in Kleinenbroich und Pesch entsprechen nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Feuerwehr und müssen daher erneuert bzw. ausgebaut werden. Neben der Suche nach einem geeigneten Standort müssen dabei auch die gestiegenen Anforderungen an die Ausstattung und die Bedürfnisse der ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte berücksichtigt werden.

Sicherheit und Ordnung:

Unter Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebotes müssen wir auch darüber hinaus sicherstellen, dass unsere Feuerwehrleute mit der notwendigen Ausrüstung ausgestattet werden. Aus diesem Grunde setzen wir uns auch weiterhin für den Erhalt der stadteigenen Alarmierungszentrale ein, da wir nach mehrfachen Gesprächen mit der Wehrführung davon überzeugt sind, dass wir auf diese Einrichtung vor dem Hintergrund der Aufrechterhaltung der Sicherheit unserer Bürger in unserem Stadtgebiet nicht verzichten können.


Grundwasser:

Mit dem Erftverbandmodell ist es uns unter Beteiligung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger gelungen, kleinteilige Pumpmaßnahmen zur lokalen Reduzierung der Grundwasserstände durchzuführen und auf diese Weise eine Vielzahl von Grundstückseigentümern vor einer Durchfeuchtung ihrer Keller zu bewahren.

Grundwasser:

Wir wollen dieses Modell auch nach Ablauf der vertraglichen Bindungsfrist von zehn Jahren fortführen und auf diese Weise die Grundwasserstände auch in Zukunft niedrig halten.